09. Samschtigstour 13.04.24 – Saisoneröffnung zum Zweiten

Von
Hanspeter Brack

Hanspeter Brack

Für die zweite Ausgabe der Saisoneröffnungsfahrt war Prachtswetter angesagt. Die Strassenfahrer teilten sich in eine langsamere und eine schnellere Gruppe, die jeweils auch über unterschiedlich lange Strecken zum Ziel «Kickerhüttle Degerfelden» gelangten. Die MTB’ler quälten sich über Chrischona, Rührberg und Eigenturm zum Treffpunkt. Die Versammlung am Start war eindrücklich. 25 Mitglieder, mehrheitlich im aktuellen Vereinstrikot besetzten den Eingang zum Gemeindehaus.

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Selbstverständlich kann ich nur über die Geschehnisse der schnelleren Gruppe berichten. Zu den anderen kann immerhin erwähnt werden, dass alle das Kickerhüttle erreicht hatten. Für René gab es noch vor dem Start eine Schrecksekunde, sein Velo hatte nämlich, als er es hervorholte, einen Plattfuss. Vermutlich kam er also noch vor dem ersten Tritt mächtig ins schwitzen. Via Grenzach, dort sahen wir die langsamere Gruppe zum vorerst letzten Mal, fuhren wir zum Kraftwerk nach Kaiseraugst. Nach der Liebrüti bogen wir Richtung Liestal ab, überquerten oberhalb der Ruinen die Autobahn und bogen anschliessend rechts ab. 

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Nach einem Blick auf die Autobahn durften wir uns freuen nicht im Auto zu sitzen. In Fahrtrichtung Deutschland, eine stehende 3-spurige Kolonne ohne sichtbares Ende. Wir hingegen befanden uns nun ohne nennenswerten Verkehr bereits auf der Anfahrt zur Kantonshauptstadt. Am Schönthal vorbei bewegten wir uns, Liestal sozusagen rechts liegenlassend, weiter nach Ittingen und Sissach. In Sissach hiess uns Urs ohne ihn weiterzufahren. Es war ihm ein Tick zu schnell und er beschloss ab da sein eigenes Tempo zu fahren. Dass er trotzdem als Erster den Asphof überqueren sollte wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Zwischen Gelterkinden und Ormalingen kam es zu einem Sturz in welchen mehrere Teilnehmer verwickelt waren. Wie kam es dazu? Nun, wenn ich den Hergang richtig verstanden hatte ist Gianni über denn niedrigen Absatz, der den Veloweg von der Strasse trennt, heruntergefahren und anschliessend über denselben zurück auf den Veloweg gestürzt. Pech, einmal mehr, für Martin der darunter zu liegen kam. Urs, der ebenfalls nicht mehr ausweichen konnte, legte sich noch obendrauf. Zum Glück für die Unteren ein Leichtgewicht. Der Schreck war zu verarbeiten, menschlicher und materieller Schaden zu begutachten und Lenker mussten gerichtet werden. Nachdem alle wieder auf den Beinen, pardon auf dem Velo waren, wurden am nächsten Brunnen die Wunden geleckt. Hoffen wir, die Stürze der diesjährgen Saison seien damit bereits abgehakt.

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Derweil wunderte sich Roland wohl selbst am Meisten zum Bergpreissieger auf dem Asphof gekrönt zu werden. Mit einiger Verspätung auf die Marschtabelle blieb uns nur noch der Kampf um die Ehrenplätze. Aber da der zweite bekanntlich der erste Verlierer ist, interessierte das nicht mehr gross. Gruppenweise erreichten wir den Kulminationspunkt, von wo aus wir uns in die Abfahrt nach Wegenstetten begaben.

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Das Möhlintal hinunter erreichten wir? Richtig Möhlin. Nun war auch Roland wieder an Bord und konnte, bis Degerfelden und damit bis zum Kickerhüttle, unsere Hinterräder halten. Der Sturzorgie folgte nun eine Schlemmerorgie, hemmungslos wurde getrunken und gespiesen. Bei sommerlichen Temperaturen um die 25°C ging ein herrlicher Tag zu Ende. 

Strecken Tourenfahrer:innen
Strecke 1: 
Riehen – Grenzach – Augst – Liestal – Sissach – Asphof – Wegenstetten – Möhlin – Nollingen – Degerfelden / 74 Km / 450 Hm
Strecke 2:
Riehen – Grenzach – Augst – Rheinfelden – Möhlin – Nollingen – Degerfelden / 32 Km / 120 Hm
Strecke MTB
Riehen – St. Chrischona – Rührberg – Eigenturm – Herten – retour / 20 km / 400 hm

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Am 30. Juni 2025 nahm ich an der Schweizer Meisterschaft in Fischingen teil. Die Strecke war sehr anspruchsvoll: 74 km, 1400 Höhenmeter, aufgeteilt in 5 Runden à 14.5 km. Das Rennen fand bei grosser Hitze statt, unser Start war um 14:12 Uhr – mitten in der heissesten Tageszeit. Bereits in der ersten Runde attackierten die Favoriten, und eine kleine Spitzengruppe setzte sich ab. Ich blieb im Peloton, das sich schnell auf etwa 20 Fahrer reduzierte. In der zweiten Runde verschärfte sich das Tempo, einige Fahrer aus der Spitzengruppe fielen zu uns zurück. Leider verpasste ich in der Verpflegungszone meine Wasserflasche und musste eine Runde ohne Flüssigkeit fahren. Erst in der dritten Runde konnte ich wieder trinken. Ab diesem Moment wurde das Rennen für mich sehr hart – ich bekam Rückenschmerzen und Krämpfe, wahrscheinlich durch eine etwas zu kleine Radgeometrie und Probleme mit dem Sattel. In der vierten Runde konnte ich mich nochmal gut halten und lag kurzzeitig auf Platz 21. Doch in der letzten Runde, gleich beim ersten Anstieg, ging mir die Kraft komplett aus. Die Schmerzen wurden so stark, dass ich nicht mehr mit dem Peloton mitfahren konnte. Ich beendete das Rennen mit mehreren Pausen, aber immerhin im Ziel. Fazit Das Rennen war extrem lehrreich: Bei Hitze ist reines Wasser im Bidon Pflicht Die Ernährung unterwegs ist entscheidend Material und Sitzposition müssen optimal abgestimmt sein Ich bin nicht zufrieden mit dem Resultat, aber ich nehme viele wertvolle Erfahrungen mit – und freue mich schon auf die nächsten Rennen.
Gabriel Ejderyan

Gabriel Ejderyan

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Denis-Alexander Engemann

Denis-Alexander Engemann

Tourensport

Samschdigstour vom 14.06.2025 — Rote Welle

Die Hitzewelle am vergangenen Wochenende versprach eine warme Rennvelotour. Um zumindest nicht die ganze Zeit bei über 30 Grad fahren zu müssen, legten wir die Abfahrtszeit auf den Morgen. Ob's an der Zeit oder der für (Wieder-)Einsteiger:innen geplanten Strecke lag — mit sechs Personen konnten wir eine gute Beteiligung verbuchen. So fanden sich sechs Personen am Dorfplatz ein — darunter ein Gast — bereit für die Strecke mit mehrheitlich stetigen und nicht allzu steilen Aufstiegen. Nach wenigen Metern fahrt liess uns die rote Ampel am Bahnübergang Schmiedgasse bereits nach wenigen Metern wieder anhalten. Nach Freigabe der Strecke ging's weiter in Richtung Brombach, wo wir rechts auf die Adelhauser Strasse abbogen, die uns via Tannengraben zur Kreuzeiche führte. Es folgte die erste Abfahrt nach Ottwangen und der Gegenanstieg nach Adelhausen. Der zweite talwärts führende Streckenabschnitt sorgte mit dem Fahrtwind für verdiente Abkühlung. Doch die Freude währte nicht lange und wir wurden von einer Baustellenampel jäh ausgebremst. Angekommen in Maulburg war's dann wieder Ampel mit Martinskreuz, die für einen unfreiwilligen Halt sorgte — diesmal immerhin im Schatten. Die folgenden mehrheitlich flachen Kilometer führten uns durch Schopfheim und weiter nach Hausen. Dort wartete der für diesen Tag knackigste Anstieg zum Maienberg. Danach genossen wir die Abfahrt nach Enkenstein und weiter nach Wieslet. Nach dem letzten und kleinsten Anstieg des Tages rüber nach Weitenau, nahmen wir den wunderbar entlang dem Schwammerich geführten Radweg. Die Abkühlung entlang des Flusses in Kombination mit dem Fahrtwind war pures Wellness. Kurz vor Steinen dann nochmals dem Motto des Tages entsprechend eine auf Rot gestellte Baustellenampel, mittlerweile die vierte der heutigen Tour. Sie liess gerade genügend Zeit um die nächsten Routenführungen zu besprechen und schon rollten wir wieder. Schliesslich ging's dem Steinenbach entlang nach Hauingen und weiter nach Haagen, dann der Wiese folgend zurück nach Riehen. 55 km / 450 hm
Lucius Humm

Lucius Humm